Eins der bekanntesten Bauwerke der Hansestadt Bremen das Bremer Rathaus

Eingetragen am 01 Okt. 2011

Rathaus BremenIch möchte euch heute eines der wohl bekanntesten Bauwerke der Hansestadt Bremen vorstellen. Mein heutiger Bericht handelt natürlich vom Bremer Rathaus, welches seit dem Jahr 2004 durch die Ernennung zum UNESCO Weltkulturerbe in der ganzen Welt noch bekannter wurde. Ich denke das Rathaus trägt diesen Titel durchaus zurecht. Das Gebäude im gotischen Stil wurde vor über 600 Jahren, im Jahr 1410 fertiggestellt und ist seitdem ständig Regierungssitz der Stadt gewesen. Später in den Jahren 1595 bis 1612 bekam es eine neue prachtvolle Fassade im Stil der Weser Renaissance, nach den Entwürfen des bremischen Steinmetzes Lüder von Bentheim ,die heute zu den eindrucksvollsten Schöpfungen der deutschen Renaissance zählt.
1909-1913 wurde das Rathaus durch einen rückwärtigen Anbau im Stil der Neorenaissance erweitert. Die Entwürfe dazu stammen vom Münchener Architekten Gabriel von Seidl. Trotz der, damit verbundenen, massiven Vergrößerung des Objektes dominiert in der optischen Wirkung nach wie vor der ursprüngliche, alte Rathausbau. Beim Anblick des Gebäudes fühlt man sich in die goldene Zeit der Hanse zurückversetzt, ist es doch das einzige europäische Rathaus des Spätmittelalters, welches im Laufe der Jahrhunderte niemals zerstört wurde. Es ist aber nicht nur ein bemerkenswertes Denkmal der damaligen Baukunst und Bauzeugnis des städtischen Autonomiegedankens, sondern auch ein „Tresor der Bürgerfreiheit“ seit über 600 Jahren. Durch diese Tradition ist es untrennbar mit der Funktion als Sitz des Senates, des kleinsten deutschen Bundeslandes verbunden, als der „Rat“ bekannt war.
Der Rat tagte damals in der oberen Rathaus halle, welche als der schönste und repräsentativste Festsaal Bremens bekannt ist. Auch heute noch kann man hier die Bedeutung des Handels und der Schifffahrt für die Stadt deutlich erkennen. Die Bordkanonen der Modellschiffe im Saal sind funktionstüchtig und konnten damals bei Festlichkeiten als Salut abgefeuert werden. Auch andere Räume und Säle des Gebäudes sind durchaus interessant und im Grunde erwähnenswert, aber ich denke es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, jeden einzeln aufzuführen. Es ist auf jeden Fall mehr als empfehlenswert, sich das Bauwerk bei einem Besuch in der schönen Stadt Bremen mal genauer anzusehen. Außerdem wird man bei einem Besuch des alten Marktplatzes, der vom Bremern liebevoll als „gute Stube“ bezeichnet wird, der direkt vor dem Rathaus liegt, unweigerlich auf eine eindrucksvolle, fünfeinhalb Meter große, Statue aufmerksam. Dieses Denkmal ist ebenfalls Weltkulturerbe und trägt den Titel „Roland“. Dargestellt ist der aus Liedern und Epen wie dem „Rolandslied“ bekannte Heerführer und Neffe Karls des Großen und gilt als die einzige, sich noch an ihrem Platz befindliche Statue dieser Art in Deutschland. Er steht auf dem Marktplatz, um die der Stadt verliehenen Marktrechte und Freiheiten zu garantieren und zu verteidigen.
Der Spruch:

„vryheit do ik ju openbar / d‘ karl vnd mēnich vorst vorwar / desser stede ghegheuen hat / des danket god‘ is mī radt“

ziert den Schild des „Repräsentanten des Kaisers“! Übersetzt ins Hochdeutsche bedeutet die Inschrift:

„Freiheit tu ich euch öffentlich kund / die Karl und mancher Fürst fürwahr / dieser Stätte gegeben hat / dafür danket Gott, das ist mein Rat!“

Auch der Roland steht wie das Rathaus seit 1973 unter Denkmalschutz und wurde im Jahre 2004 Weltkulturerbe.
Beim Umbau um 1600 entstand übrigens der Bremer Ratskeller unter dem Rathaus, welcher noch heute eines der besten Restaurants der Stadt beherbergt, das zudem über einen sehr guten Weinkeller verfügt.
Der Zugang zum Ratskeller befindet sich auf der westlichen Seite des Gebäudes.

:

Hinterlassen Sie einen Kommentar