Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Die ereignisreiche Geschichte der Bundesrepublik Deutschland nahm ihren Anfang, an jenem Tag, als das Grundgesetz, also die Verfassung des Staates verkündet wurde. Dieses historische Datum war der 23. Mai des Jahres 1949. Genau an diesem Tag wurden die Weichen für den jungen Staat gestellt. Dies war ein großer Meilenstein, da das Ende des Zweiten Weltkrieges erst vier Jahre zurücklag. An dem Tag, als die Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde, zog etwas politische Ordnung in den Westen des geteilten Landes ein.

Zur Ausgangssituation im Jahre 1945

Bevor die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ihren Lauf nehmen konnte, musste das durch den Krieg zerstörte Land neu aufgebaut werden. Im sozialen Bereich, aber vor allem im politischen Sektor mussten neue und dauerhafte Strukturen geschaffen werden. Auch wenn der Stichtag für den Beginn der bundesdeutschen Geschichte im Jahre 1949 liegt, muss eigentlich schon vier Jahre zuvor angesetzt werden, um die Zusammenhänge deutlich zu machen. Als das Deutsche Reich am 8. Mai 1945 bedingungslos kapitulierte und der Krieg nun auch offiziell verloren war, besetzten Französische, Britische und US-Amerikanische Truppen den westlichen Teil des Landes. Im Jahre 1945 fand die Potsdamer Konferenz statt. Bei dieser Zusammenkunft wurde vertraglich geregelt, welcher der drei Staaten sich von nun an politisch um welches Gebiet zu kümmern hatte. Deutschland wurde also unter den Besatzungsmächten aufgeteilt. Insgesamt wurde das Deutsche Reich in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Zur damaligen Zeit ging wohl noch niemand davon aus, dass dieser Zustand 40 Jahre andauern würde. Die Sowjet Union bekam den östlichen Teil des Reiches, also die spätere DDR zugesprochen. Die Briten nahmen Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen unter ihre Obhut. Unter die Führung der US-Amerikanischen Besatzungsmacht fielen die Gebiete Bayern, Hessen, die nördlichen Teile von Württemberg und Baden sowie die Hafenstadt Bremen. Die Franzosen mussten etwas warten, bis sie als Siegermacht anerkannt wurden. Der Verantwortungsbereich Frankreichs lag in Rheinland-Pfalz sowie in den südlichen Teilen Württembergs und Badens. Das heutige Bundesland Saarland war noch bis zum Jahre 1957 unter französischer Herrschaft und wurde erst dann ein Teil der Bundesrepublik Deutschland. Die Teilung betraf nicht nur die geografischen Regionen des ehemaligen Deutschen Reiches. Vor allem in der Stadt Berlin war die Teilung sichtbar, denn auch diese wurde in vier Sektoren eingeteilt. Die Teilung Berlins hatte maßgeblichen Einfluss auf den Fortlauf der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Die höchste Regierungsgewalt unterlag dem Alliierten Kontrollrat. Dieser nahm seine Geschäfte direkt von Berlin aus auf. Für den Raum Groß-Berlin war die Alliierte Kommandantur zuständig. Diese war dem Alliierten Kontrollrat unterstellt. Die politische Lage zu dieser Zeit war ohnehin sehr schwierig. Noch schwieriger wurde sie aufgrund der Vertreibung, die in den östlichen Gebieten, wie beispielsweise in der Tschechoslowakei, kurz nach dem Kriegsende ihren Lauf nahm. Die deutsche Bevölkerung wurde aus diesen Ländern vertrieben und fand ein neues Zuhause im geteilten Deutschland. Dadurch wurde die wirtschaftliche Lage zusätzlich belastet. Das Leben im zerstörten Land war für die dort wohnhaften Menschen nicht einfach. Viele deutsche Städte waren größtenteils zerbombt. Weiterhin herrschte Nahrungsmittelknappheit, es fehlte an Wohnraum und auch von einer funktionierenden Infrastruktur war das Land weit entfernt. In dieser Zeit wurde auch der Begriff der Trümmerfrauen geprägt. Viele Männer waren im Krieg gefallen oder befanden sich immer noch in Alliierter Kriegsgefangenschaft. Daher waren es die Frauen, die die Trümmer in den Städten beseitigten und die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ein großes Stück voranbrachten. Um Ordnung in den stark gebeutelten Staat zu bringen, ordneten die Besatzungsmächte die sogenannte Entnazifizierung an. So wurde die National-sozialistische Partei, die NSDAP verboten. Auch die radikalen Unterorganisationen der faschistischen Partei und alle entsprechenden Symbole wurden aus dem Bild des neuen Landes entfernt. Die Alliierten Besatzungsmächte taten viel dafür, um Deutschland wieder zu einem konkurrenzfähigen Staat zu machen. Die Schatten der Vergangenheit galt es zu beseitigen. So begannen im November 1945 in Nürnberg die Gerichtsprozesse gegen die größten deutschen Kriegsverbrecher. Die in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eingegangenen Kriegsverbrecherprozesse gingen nahezu ein Jahr. Am Ende wurden 12 der 21 Angeklagten zum Tode verurteilt.

Die Besatzungszeit

In den Jahren zwischen dem Kriegsende und der Gründung des bundesdeutschen Staates bildeten sich die meisten heute bekannten deutschen Bundesländer heraus. Das erste Bundesland, was über eine Nachkriegsverfassung verfügte, war Hessen im Jahre 1946. Auch das Parteiensystem ordnete sich in den Jahren des Umbruchs neu. Kurt Schumacher wurde das Sinnbild für die SPD der Nachkriegszeit. Konrad Adenauer, der erste deutsche Bundeskanzler übernahm die Führung in der CDU. Um die Lebenssituation der Menschen in den westlichen Besatzungszonen zu verbessern, begannen die USA ebenfalls im Jahre 1946 damit, Care-Pakete nach Deutschland zu schicken. Zu Beginn des Jahres 1947 schlossen sich die britische und die amerikanische Besatzungszone zusammen und gründeten die Bizone. In allen gesellschaftlichen Bereichen vollzog sich ein Wandel. Viele sahen ein Zeichen darin, dass es nun aufwärts mit dem zerstörten Land gehen würde. Aufgrund der jahrelangen Teilung weiß man jedoch heute, dass es noch lange dauerte, bis in die Bundesrepublik Deutschland Ruhe einkehren konnte.

Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland

Im Jahre 1949 war es dann so weit und die tatsächliche Geschichte der Bundesrepublik Deutschland begann mit deren Gründung am 23. Mai. Die Aufteilung unter den Besatzungsmächten hatte es ja schon angedeutet, es blieb bei der Teilung des Landes. Schon vor der Republikgründung wurde der Graben zwischen dem Osten und dem Westen immer tiefer. Maßgeblich für die Gründung verantwortlich war die zuvor stattfindende Londoner Sechsmächtekonferenz. Bei dieser politischen Zusammenkunft berieten Belgien, Luxemburg, die Niederlande, Frankreich, Großbritannien und die USA über die Gründung eines westdeutschen Staates, der späteren Bundesrepublik. Ebenso wurde der Brüsseler Pakt verabschiedet. Dies war ein Schriftstück, was die Wahrung westlicher Interessen gegenüber der Sowjet Union beinhaltete. Das Grundgesetz wurde am 23. Mai unterzeichnet. Als Bundesdeutsche Hauptstadt setzte sich Bonn gegen Frankfurt am Main durch.

Die Bildung der Verfassungsorgane

Mit dem Beginn des 24. Mai 1949 war die Bundesrepublik geboren. Nun ging es vorrangig darum, die politische Grundlage das Grundgesetz, auch praktisch in die Realität umzusetzen. Dafür mussten einzelne Verfassungsorgane gebildet und gewählt werden. So wurde im August des gleichen Jahres erstmals der Bundestag gewählt. Aus dieser Wahl ging die Partei CDU/CSU als stärkste Kraft hervor. Die SPD erzielte das zweitbeste Wahlergebnis. Der erste Deutsche Bundestag wurde von 11 Parteien gebildet. Im September 1949 fanden die ersten konstituierenden Sitzungen von Bundestag und Bundesrat in Bonn statt. Der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland war Theodor Heuss, der 1949 von der Bundesversammlung gewählt wurde. Nun fehlte nur noch ein Verfassungsorgan, der Bundeskanzler. Zu diesem wurde der CDU-Politiker Konrad Adenauer am 15. September des Jahres 1949 gewählt.

Die Zeit von Konrad Adenauer

Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wurde maßgeblich von der Regierung Konrad Adenauers geprägt. Blieb er doch gleich 14 Jahre, bis ins Jahre 1963 im Amt und lenkte die Geschicke des Landes. Adenauer war es wichtig, die Bundesrepublik Deutschland in die westliche Zivilisation und Regierungslandschaft zu integrieren. Dementsprechend betrieb er auch seine Politik. Zeit seines politischen Schaffens galt Adenauer bei den gegnerischen Parteien für seine politische Richtung als umstritten. Nicht alle Politiker in der Bundesrepublik Deutschland hielten diesen Weg für richtig. Es sollte sich jedoch später herausstellen, dass Adenauer nicht unbedingt falsch gelegen hatte und viel dazu beitrug, die Bundesrepublik Deutschland zu einem konkurrenzfähigen und anerkannten Staat zu machen. Kritik gab es an Adenauers Entscheidungen, weil befürchtet wurde, dass die deutsche Teilung dadurch zementiert werden könnte. Eines der Ziele Adenauers war die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik. Dafür wurde er besonders kritisiert. Schließlich war die Vergangenheit noch in den Köpfen vieler deutscher Bürger. Bereits in der politischen Ära Adenauer wurden mehrere Versuche unternommen, Deutschland wieder zu vereinigen. Wie die Geschichte jedoch gezeigt hat, folgten Taten erst im Jahre 1989. Zu den Meilensteinen in Adenauers Regierungszeit zählte das Ende der Kriegsgefangenschaft. In den Jahren 1955 und 1956 kamen die letzten sich noch in sowjetischer Kriegsgefangenschaft befindenden deutschen Soldaten wieder nach Hause. Adenauer selbst war es, der nach Moskau reiste und mit der Sowjetischen Führung über diplomatische Beziehungen und die Rückkehr der letzten deutschen Kriegsgefangenen verhandelte. Viele Institutionen wurden in Adenauers Zeit wieder zum Leben erweckt. So gab es wieder einen Bundesgrenzschutz und ein Auswertiges Amt. Auch die heutige deutsche Nationalhymne wurde gewählt und steht heute noch sinnbildlich für die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Auch damals hatte die Bundesrepublik schon einen Einheitsfeiertag. Es war ab dem Jahre 1954 der 17. Juni. Dieser Tag wurde anlässlich der Volksaufstände in der DDR ein Jahr zuvor gewählt. Im Mai 1955 erreichte Adenauer zudem, dass die Bundesrepublik Deutschland in das Militärbündnis NATO aufgenommen wurde. Auch wenn die Wiederbewaffnung des Landes auf viele Widersprüche stieß, wurde sie umgesetzt. Die Bundeswehr wurde gegründet. Jedoch gab es erstmals die Möglichkeit den Wehrdienst zu verweigern und stattdessen den Zivildienst anzutreten. Zu dieser Zeit wurden führende NS-Funktionäre in der neuen deutschen Armee beschäftigt. Die Vergangenheit wurde verdrängt. Dies sollte sich später noch als schwerwiegender Fehler für die bundesdeutsche Geschichte herausstellen. Ein weiteres wichtiges Verfassungsorgan, welches in der Ära Adenauer entstand, war der BND, der Bundesnachrichtendienst. Dieser entstand im Jahre 1956. Immer mehr westliche Länder luden die Bundesrepublik nun zum Staatsbesuch ein. Obgleich zu sagen ist, dass die westlichen Länder sich in diesem Punkt sehr zögerlich verhielten. Den Einladungen von Griechenland und der Türkei folgte Bundespräsident Heuss zu seinerzeit persönlich und nahm diese zum Anlass für die Festigung bilateraler Beziehungen. 1957 trat das Saarland der Bundesrepublik Deutschland bei. Im März 1957 wurde in den Römischen Verträgen die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die EWG gegründet. Auch in diese fand die Bundesrepublik Deutschland als Gründungsmitglied Einzug, was die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland auf europäischer Ebene nachhaltig beeinflusste. Ein Faktor, der die Geschichte der Bundesrepublik veränderte, war der Bau der Mauer der DDR. Am 13. August 1961 riegelte die DDR ihre Grenzen ab, um die Flüchtlingsbewegungen in den Westen zu stoppen. Insgesamt 28 Jahre sollte dieser Zustand anhalten. Für viele Menschen brach eine Welt zusammen. Verwandte und Bekannte konnten über viele Jahre nicht besucht werden. Mit dem Bau der Mauer wurde die deutsche Teilung besiegelt. Gingen einige Menschen erst davon aus, dass dieser Zustand nicht lange anhalten würde, zeigte die Geschichte in den darauffolgenden Jahren schon bald das Gegenteil.

Die Zeit des Wirtschaftswunders

In den 1950er Jahren wendete sich die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland dem Positiven zu. Viele durch den Krieg zerstörte Städte waren wieder aufgebaut und etwas Normalität zog wieder in den Alltag vieler Deutscher Bürger ein. So ging es dem jungen Staat auch wirtschaftlich langsam besser. Blickt man heute auf die Vergangenheit zurück, ging diese Zeit unter dem Begriff Wirtschaftswunder in die Geschichte ein. Den ersten politischen und wirtschaftlichen Aufschwung hatte die Bundesrepublik tragischer weise dem Leid anderer Menschen, dem Koreakrieg zu verdanken. Die Arbeitslosigkeit vieler Menschen, die aufgrund der Nachkriegsprobleme entstanden war, ging bis ins Jahre 1962 sehr weit zurück. Zu dieser Zeit war es endlich möglich, in ein Vollbeschäftigungsarbeitsverhältnis zu kommen. Der Bedarf an Arbeitskräften stieg folglich an. Da musste sich die Bundesrepublik schon etwas ausdenken. Anfangs wurde der Mehrbedarf durch den Flüchtlingsstrom aus der DDR abgedeckt. Doch spätestens mit dem Bau der Mauer nahm diese Strömung ihr Ende. Daraufhin warb die Bundesrepublik Deutschland um Gastarbeiter aus anderen Ländern. Arbeitskräfte aus Südeuropa und der Türkei kamen dafür die folgenden Jahre nach Deutschland und kurbelten die deutsche Wirtschaft an. Durch die daraus resultierende Abschaffung der Lebensmittelkarten eröffnete sich ein legaler Markt für Lebensmittel und sonstige Feinkostartikel Auch die Bekleidungsindustrie fand eine Kaufkraft in vielen deutschen Bürgern. Supermärkte verdrängten die kleinen Tante-Emma-Läden aus dem Bild vieler Städte. Die Werbung nahm in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert ein. Weiterhin wuchs die Tourismusbranche an. Immer mehr Reisen ins europäische Ausland wurden unternommen. Italien wurde bereits in dieser Zeit zum beliebtesten Urlaubsland vieler Deutscher. Der Aufschwung nahm Einfluss in den privaten Bereich vieler Menschen. Bewegte man sich anfangs noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad fort, gewannen Motorrad und später das Auto zunehmend an Bedeutung. Das Symbol des Wirtschaftswunders war der VW Käfer, der auch heute noch untrennbar mit der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland verbunden ist. Kleine Landwirtschaftsbetriebe mussten großen Agrarbetrieben mit moderner Technologie weichen. Frauen wurden zwar nach und nach mehr Rechte zugestanden, jedoch sah man ihre Haupttätigkeit immer noch darin, Hausfrau und Mutter zu sein.

Die 68er Bewegung

Um das Jahr 1968 passierte in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland etwas Revolutionäres. Sowohl politisch als auch in gesellschaftlicher Hinsicht fand ein Umbruch statt. Einige gesellschaftliche Schichten wollten sich ihr Leben von der Politik nicht mehr diktieren lassen. So waren es die Studenten, die zu dieser Zeit in besonderem Maße mit verschiedenen Protestaktionen von sich reden machten. Als führende Persönlichkeit dieser Protestbewegung soll hier der Name Rudi Dutschke erwähnt werden. Zu dieser Zeit waren die Jahre des Wirtschaftswunders vorbei und dessen Vater Ludwig Erhard, der damals auch Bundeskanzler war, verlor an Ansehen. Begünstigt war die Revolution von 1968 durch die hohe Arbeitslosigkeit, die von der Rezession zwei Jahre zuvor ausgelöst wurde. Auch ersetzte das Erdöl den Rohstoff Kohle im Ruhrgebiet Zusehens. Weiterhin wurde die Bundesrepublik Deutschland Ende der 1960er Jahre von ihrer Vergangenheit eingeholt. Die Verbrechen der Nationalsozialisten waren kurz vor der Verjährung. Dies wollte das Volk nicht hinnehmen. Die Verjährung dieser Verbrechen wurde, um Zeit zu gewinnen -in der belastendes Material gesammelt werden sollte, auf das Jahr 1969 verschoben. Die Bewusstmachung der nationalsozialistischen Vergangenheit führte jedoch schließlich dazu, dass Verjährungsfristen für Völkermord und Mord in den folgenden Jahren aufgehoben wurden. Vor allem der Bildungsnotstand war es, der die Studenten 1968 auf die Straße trieb. Hörsäle waren restlos überfüllt und auch das vorherrschende Schulsystem hatte mehr Kritiker als Sympathisanten. Schon 1965 gingen Circa 200000 Schüler und Studenten auf die Straße und demonstrierten gegen den Bildungsnotstand. Daraufhin wurde der Bildungsrat gegründet. Der Protest zog immer größere Bahnen. So wurde nun nicht mehr ausschließlich die Bildungspolitik an den Pranger gestellt, sondern die Bewegung richtete sich auch gegen den Krieg in Vietnam. Des Weiteren wurde der Umgang mit der Vergangenheit des Landes und die immer noch vorherrschende Verdrängung der Verbrechen des Krieges kritisiert. Es gab jedoch ein Ereignis in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, was die Studentenbewegung verärgerte und gleichzeitig die Revolution des kommenden Jahres einleitete. 1967 wurde die Bundesrepublik Deutschland vom Persischen Schah besucht. Gegen diesen Besuch wurde in Berlin demonstriert. Dort kam es zu dem fatalen Ereignis. Ein Westberliner Polizist richtete tödliche Schüsse auf den demonstrierenden Student Benno Ohnesorg. Dieses Ereignis sorgt auch noch heute für Entsetzen in der bundesdeutschen Bevölkerung. Ihren Höhepunkt erlebte die studentische Protestbewegung im April 1968. Damals kam es zu einem Attentat auf den Anführer der Bewegung, Rudi Dutschke. Dieser war schwer davon gezeichnet und verstarb später auch an den Folgen. Das Attentat geschah in Berlin vor dem Gebäude des Axel Springer Verlages, welches ein sehr geschichtsträchtiges Gebäude war. Es war ein Teil der Grenze zwischen dem Osten und dem Westen des Landes. Darunter wurden Tunnel gegraben, über welche enttäuschte und verärgerte DDR-Bürger in den Westen fliehen wollten. Einigen dieser mutigen Menschen ist dies auch gelungen. Andere wurden verraten und von der Staatssicherheit getötet oder verhaftet. Das Verlagsgebäude Axel Springer wurde für den Protestmarsch gewählt, da die dort ansässigen Zeitungen polemisch gegenüber der Studentenbewegung berichteten. Nach der 68er Revolution endete auch die Herrschaft der CDU in der Bundesrepublik Deutschland endgültig. Es folgten Jahre, in denen die SPD an der Macht war. Erst war es Willy Brandt, der die Geschicke des Staates für 5 Jahre führen sollte. Von 1974 bis 1982 war Helmut Schmidt Bundeskanzler des Landes.

Helmut Kohl und das Ende der Deutschen Teilung

Natürlich waren auch die 1970er Jahre sehr turbulent in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Beide deutsche Staaten bespitzelten sich gegenseitig, was die Stimmung hochkochen ließ. Auch wurde Deutschland erneut von einer Terrorbewegung heimgesucht. Die RAF verbreitete Angst und Schrecken und ermordete viele namhafte Persönlichkeiten. Da war politisches Fingerspitzengefühl von der Staatsmacht gefragt. Nach dieser Zeit sollte es für 16 lange Jahre wieder eine CDU-Vorherrschaft in Deutschland geben. Die politische Figur dieser Jahre war Helmut Kohl. Sein Name wird vor allem mit dem Ende der Teilung in Verbindung gebracht. Dennoch war es bis dahin ein sehr weiter Weg gewesen. Der Fall der Mauer ist nicht nur Helmut Kohl allein zu verdanken. Vor allem der Sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow war dafür verantwortlich, dass sich die Sowjet Union der westlichen Welt überhaupt geöffnet hat beziehungsweise in den darauffolgenden Jahren zu Fall kam. Helmut Kohl persönlich setzte sich für die Öffnung der innerdeutschen Staatsgrenze ein und verhandelte mit den Ländern, die unter sowjetischer Herrschaft standen. Des Weiteren ist das Volk dieser Länder verantwortlich dafür gewesen, dass dieser Umbruch überhaupt möglich gewesen ist. Gegen Ende der 1980er Jahre gingen die Menschen auf die Straße und demonstrierten für die Einhaltung von Menschenrechten und für die Reisefreiheit. Nach außen wurde von der DDR jedoch bis zum Fall der Mauer der Schein bewahrt. In Leipzig fanden die inzwischen weltberühmten Montagsdemonstrationen statt. Das Aufbegehren des DDR-Volkes wurde immer größer und zog immer weitere Kreise. Botschaften wurden besetzt. So auch im Mai die westdeutsche Botschaft in Ungarn. Diese entschied sich dann einvernehmlich dazu, die Grenzen zu öffnen und ermöglichte vielen DDR-Bürgern die Ausreise in den Westen. Dann kam es auf einer Pressekonferenz des Politbüros der DDR zu einem folgenschweren Fehler. Ein fehlender Zettel brachte Günter Schabowski zu der Aussage, dass jegliche Reisebeschränkungen für DDR-Bürger aufgehoben werden. Dies stimmte auch, allerdings sollte diese Regelung erst zum 10. November 1989 in Kraft treten. Da Schabowski in dieser Situation keine Auskunft parat hatte, gab er bekannt, dass die Reisebeschränkungen sofort aufgehoben sind. Das DDR-Volk glaubte seinen Ohren kaum und machte sich auf an die Grenzen. Dort bekamen die Grenzbeamten es mit einem Massenansturm zu tun, welcher sie bald überfordern sollte. Die ganze Zeit war zu befürchten, dass es zu Ausschreitungen kommen würde. Da die Grenzsoldaten keine Anweisungen von oben bekamen, entschlossen sie sich dazu, den Menschenmassen ihren größten Wunsch zu erfüllen und öffneten das Tor in die Freiheit. Die Mauer war gefallen. Besonders beeindruckend an diesem Ereignis ist, dass alles friedlich vonstattengegangen ist.

Die Deutsche Wiedervereinigung

Mit dem Fall der Berliner Mauer wurde auch schnell klar, dass das Ende der Teilung besiegelt war. So traten im Jahre 1990 die Bundesländer der DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Seitdem besteht Deutschland aus insgesamt 16 Bundesländern. Am 3. Oktober eines jeden Jahres wird der Tag der deutschen Einheit mit großen Festen und Kundgebungen im ganzen Land gefeiert. Politisch kamen große Aufgaben auf Helmut Kohl zu. Die Bevölkerung auf beiden Seiten der ehemaligen Mauer erlebte Hochs und Tiefs. Ging es einigen Menschen durch die Wende besser, verloren andere alles, was sie besaßen. Viele ostdeutsche Betriebe fielen der Wiedervereinigung zum Opfer. Noch heute, gut 20 Jahre nach der Wende, hat die Bundesrepublik mit diesen Folgen zu kämpfen. So sieht sie sich jetzt einer hohen Arbeitslosigkeit gegenüber. Immer mehr ostdeutsche Bürger siedelten in den Westen über. Dies brachte wirtschaftliche Probleme auf beiden Seiten. Mit einer sehr knappen Mehrheit wurde 1991 entschieden, dass der Regierungssitz von Bonn nach Berlin um verlagert werden soll. In den folgenden Jahren zogen immer mehr Bundesbehörden nach Berlin um. So tagt der Deutsche Bundestag seit 1999 im Berliner Reichstagsgebäude, welches ein Anziehungsmagnet für Einwohner und Touristen gleichermaßen ist. Auch politisch begann nach der Wiedervereinigung einiges zu ändern. So endete die 16 jahrelange Herrschaft der CDU und somit auch von Helmut Kohl. Erstmals wurde Deutschland von einer rot-grünen Koalition geführt, welcher Bundeskanzler Gerhard Schröder vorstand.

Das neue Jahrtausend

Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland im neuen Jahrtausend stand ganz im Zeichen Europas. Aber auch innerhalb des eigenen Landes änderte sich einiges. So hob die rot-grüne Koalition unter Gerhard Schröder das Thema Ökologie hervor. Erste Anstrengungen zum Atomausstieg wurden unternommen. Auch wurden Gesetze verabschiedet, die die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen zum Ziel hatten. Schon Anfang der 2000er Jahre waren Themen wie Klimawandel und Erderwärmung genauso aktuell, wie es jetzt noch der Fall ist. Schröder strebte Veränderungen in der Sozialpolitik an. In diesem Zusammenhang ist die Agenda 2010 zu nennen. Damit machte sich Schröder viele Feinde. Dennoch wurde die sogenannte Hartz-Reform, die einen Wandel in der Arbeitslosen- und Sozialhilfe zufolge hatte durchgeführt. Diese Reformen stießen jedoch auf wenig Zuspruch. Dies war auch daran zu erkennen, dass die rot-grüne Koalition in vielen Landtagswahlen hohe Wahlniederlagen zu verkraften hatte. So kam es im Jahre 2005 zu einer Vertrauensabstimmung im deutschen Bundestag, die Gerhard Schröder verlor. Daraufhin wurde das Parlament aufgelöst und Neuwahlen notwendig. Erstmals bekleidet seitdem eine Frau den Posten des Bundeskanzlers. Angela Merkel, die in der ehemaligen DDR aufgewachsen ist, führt seit dem Jahre 2005 die Geschicke des Staates. Zunächst tat sie dies für vier Jahre in einer großen Koalition aus CDU/CSU und SPD. Seit dem Jahre 2009 wird die Regierung von der FDP und der CDU/CSU gebildet. Seit dem Jahre 2008 gilt es für die Bundesrepublik Deutschland neue Schwierigkeiten finanzieller Natur zu bewältigen. Spekulative Bankengeschäfte und fragwürdige Praktiken bei der Vergabe von Krediten stürzten die Welt in eine Wirtschafts- und Finanzkrise, an deren Bewältigung immer noch mit Nachdruck gearbeitet wird.

Europa im Blick

Bereits in den 1990er Jahren wurden die Weichen für ein neues geeintes Europa, in welchem auch die Bundesrepublik Deutschland seinen Platz hat gestellt. Der Vertrag von Maastricht aus dem Jahre 1992 sah vor, dass aus der Europäischen Gemeinschaft, EG, die Europäische Union, die EU, wird. Weiterhin wurde die Einführung einer Einheitswährung, des Euro beschlossen. Seit dem Jahr 2002 kann man nun in vielen Ländern Europas mit ein und derselben Währung bezahlen. Der Einheitsprozess innerhalb Europas dauert aktuell noch an. Gerade in Zeiten finanzieller Krisen in vielen europäischen Ländern ist ein gemeinschaftliches Denken und Handeln gefragt. Wie die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland weitergehen wird, bleibt abzuwarten. Nur eines scheint sicher zu sein, ereignisreich, begleitet von vielen Aufs und Abs wird sie wohl wie in der Vergangenheit bleiben.

Sehenswerte Orte

Es gibt viele Orte in der Bundesrepublik Deutschland, die auf die Geschichte hindeuten und heute noch ein Teil von ihr sind. Allein in der Stadt Berlin lassen sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten finden, die eine Teilhabe an der Geschichte des einst geteilten und nun vereinigten Landes ermöglichen. So ist zum Beispiel das Berliner Reichstagsgebäude ein Ort, an den es Einwohner und Touristen gleichermaßen zieht. Genauso verhält es sich mit dem ehemaligen Grenzstreifen an der Bernauer Straße im Norden Berlins. Hier kann die Geschichte der Teilung, aber auch der Wiedervereinigung hautnah miterlebt werden. Überreste der Berliner Mauer und historische Dokumente lassen Besucher in Scharen zu diesem Ort strömen. Des Weiteren hat die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn einiges zu bieten. Auch hier kann der interessierte Besucher immer noch nachvollziehen, dass für nahezu 50 Jahre Politik gemacht und die Geschichte des Landes mitbestimmt wurde. An kaum einem anderen Ort wird die Teilung des Landes so deutlich, wie am Brandenburger Tor in Berlin. Heute ist es nahezu selbstverständlich vom Osten in den Westen zu laufen respektive zu fahren. Für viele Menschen war dies für fast 40 Jahre nur ein Traum. Die Bundesrepublik Deutschland hat ebenso viele Sportstätten zu bieten, an welchen historische Ereignisse stattfanden. So gab es zum Beispiel die Fußballweltmeisterschaft der Männer im Jahr 2006, die die Deutschen zumindest für eine gewisse Zeit einander näher brachten. Ein weiteres historisches Bauwerk befindet sich in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Die Frauenkirche wurde durch den Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und mittlerweile wieder aufgebaut. Auch dort lässt sich ein Teil der bundesdeutschen Geschichte miterleben. Jedes Deutsche Bundesland hat seine Sehenswürdigkeiten und Urlaubsziele, die es zu bereisen lohnt. So warten in Bayern Berge, Seen, Wälder und Flüsse auf den Besucher. Nirgendwo ist die Natur so schön, wie in Bayern. Aber auch Metropolen, wie München oder Augsburg haben sehenswerte Ausstellungen und Museen zu bieten. Eines der bekanntesten bayrischen Bauwerke ist der Stephansdom in Passau. Im Freistaat Sachsen wird Kultur großgeschrieben. So öffnen diverse Schlösser und Theater ihre Türen für Besucher. 1000 Jahre Kulturgeschichte und einzigartige Landschaften sind im Bundesland Sachsen zu finden. Als Sehenswürdigkeiten seien stellvertretend die sächsische Weinstraße und das barocke Schloss Moritzburg genannt. Viele historische Bauwerke in der Bundesrepublik Deutschland sind nicht einfach nur schön anzuschauen. Sie sind auch Zeitzeugen der beeindruckenden und bewegten Geschichte der vergangenen Jahrzehnte.