Tag: Heidelberg

Das prunkvolle Heidelberger Schloss

Eingetragen am 28 Mrz. 2012

Willkommen auf dem über der Altstadt thronenden Fleckchen deutscher Kultur
Zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert umgab das Heidelberger Schloss ebenso der prunkvolle Glanz der Kurfürsten, wie eine tragische Geschichte. Berühmte Schlossbewohner der Residenz waren der „Lesekönig“ Ottheinrich, sowie der „Winterkönig“ Friedrich V. mit seiner Gattin, einer englischen Prinzessin. Unter dem Winterkönig soll der prächtige Schlossgarten entstanden sein. Sämtliche Bauwerke, die unter dem Kurfürsten Friedrich V. entstanden, zählten zum Eindrucksvollsten, was zu der Zeit gebaut wurde. Friedrich V. war so verliebt in die ausgewählte Baukunst, dass er sogar die Wehrhaftigkeit vom Schloss zurückbauen ließ, damit er mehr Platz hatte.

Und es gab noch einen berühmten „Bewohner“: Papst Johannes XXIII. wurde 1415 auf dem Schloss in Gewahrsam genommen, bevor er nach Mannheim gebracht wurde.

Über die Bauzeit der Jahrhunderte und der Baufreude der Pfalzgrafen wuchs das Schloss zunehmend. Im Stil der Renaissance entstanden zahlreiche Monumente aus der Schlossbaukunst.

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) wurde das Schloss zerstört und die drei Kurfürsten Karl Theodor, Karl Philipp und Johann Winter veranlassten einen Wiederaufbau, der jedoch nur zu Teilstücken bewerkstelligt wurde.

1777 zog der Kurfürst Karl Theodor nach München, wodurch das Heidelberger Schloss sein Ansehen verlor. Mit seinem Auszug wurden die Räume lediglich von unterschiedlichen Handwerksbetrieben belebt. 1806 kamen Mannheim und Heidelberg in den Besitz von Baden, doch der Großherzog Karl Friedrich konnte nichts mit dem Schloss anfangen und ließ es verfallen. Nach und nach wurde dem Schloss viel Baumaterial „entwendet“ – die Heidelberger Bürger bauten sich daraus ihre Wohnhäuser. Selbst Verzierungen wurden „mitgenommen“.

1800 wurde das Schloss als Motiv und Muse von Malern und Zeichner entdeckt. Viele Künstler, die neben dem Engländer William Turner von der Romantik geprägt waren, interpretierten ihre eigene Form des Schlosses, so dass es viele Abbilder (mit zum Teil enormen Abweichungen voneinander) gibt und alles andere als detailgetreu sind.

Schlossretter war ein französischer Graf: Charles de Craimberg kämpfte um die Erhaltung der Ruinen und kümmerte sich höchstpersönlich um das Gebäude, noch lange bevor er am 10. November 1864 im alter von 90 Jahren starb.

Die anmutende Schlossruine ist seit dem 19. Jahrhundert weltberühmt. 1838 besuchte der französische Dichter Victor Hugo die Ruinen und wurde nicht müde, sich von ihnen inspirieren zu lassen.

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