Tag: Koblenz

Das Deutsche Eck in Koblenz

Eingetragen am 09 Mrz. 2012

Treffpunkt von zwei Flüssen und einer großen Geschichte
Das Deutsche Eck ist vielen bekannt, weil dort Rhein und Mosel zusammenfließen. Doch diese Tatsache alleine macht das Deutsche Eck ganz sicher nicht zum Deutschen Eck!
Wer diesen ehrwürdigen Platz ohne einen Rückblick auf den Verlauf der Geschichte Deutschlands betrachtet, der wird „nur“ das Denkmal von Kaiser Wilhelm I. hoch zu Ross und eben die beiden Flüsse sehen.
Ja, die Mündung der Mosel in den Rhein ist zweifelsohne ein Naturschauspiel, das Reiterdenkmal eindrucksvoll und der Blick auf die Burg Ehrenbreitstein – besonders abends, wenn sie beleuchtet ist – einmalig. Doch dieser Platz, dieser Ort bietet eine geschichtsträchtige Vergangenheit.
Die Stadt Koblenz hat ihren Namen dem Zusammenfluss zu verdanken und leitet sich aus dem lateinischen für „das bei den Zusammenfließenden Kastell“ ab.

Über das Kaiser-Wilhelm-Denkmal
1888, kurz nach dem Tod vom Kaiser Wilhelm I. sollte ihm zu Ehren, der nach drei Kriegen Deutschland wiedervereinigte, ein Denkmal errichtet werden. Die Enkel des Kaisers wählten als Ort das Deutsche Eck aus – den Platz, der seit 1216 seinen Namen trug, weil hier die Ansiedlung des Deutschen Ordens stattfand. Um das Denkmal bauen zu können, wurde ein alter Hafen aufgefüllt.
1893-97 wurde das Denkmal von dem Gestalter des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig, Bruno Schmitz, gebaut. Am 31. August 1897 wurde schließlich – unter den Augen von Kaiser Wilhelm II. – das kupferne Denkmal von Wilhelm I. eingeweiht. Kurz vor Beendigung des Zweiten Weltkrieges zerstörte eine Granate der amerikanischen Alliierten das Denkmal.
Der Bundespräsident Theodor Heuss machte 1952 den verbliebenen Sockel als Mahnmal zur Deutschen Einheit, so dass auf dem Sockel bis zum 2. September 1993 lediglich die Deutsche Bundesflagge „thronte“. Eine erhebliche Spende eines Geschäftsmannes aus Koblenz sowie der Bürgerinitiative ist es zu verdanken, dass das Denkmal von Kaiser Wilhelm I. rekonstruiert und wieder auf den Sockel kam.
Deutschland brauchte keinen Sockel mehr als Mahnmal für die Deutsche Einheit!
Das Monument mit einer Höhe von 37 Metern zählt seit 2002 zum UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal.

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Das Mittelrheintal eines der deutschen UNESCO Welterbe

Eingetragen am 20 Feb. 2012

So schön kann schön sein
Hinfahren und begeistern lassen – im Prinzip könnte man so auch schon mit einem Beitrag wieder aufhören, denn manche Dinge sollten nicht beschrieben, sondern erlebt werden. Da ich mir aber zur Aufgabe gemacht habe, Euch von den wunderbaren Sehenswürdigkeiten Deutschlands zu berichten, versuche ich doch, in Worte zu fassen, was das Obere Mittelrheintal so besonders macht.
Das Obere Mittelrheintal umschließt die Rheinregion von Bingen/Rüdesheim bis Koblenz und verschmilzt den Fluss, die Burgen, Weinberge und die historischen Städte zu einem einmaligen Cocktail der Kulturlandschaft.
Die Geschichte, die jedem Besucher an den Orten und Plätzen entgegentritt, reicht bis in die römische Zeit. Während dem Hochmittelalter galt die Region als ein Kerngebiet des damaligen Römischen Reiches. Der Kampf um die Rheinherrschaft wird  an den vielen Festungen und Städten am Rheinufer deutlich. Aufgrund der strategischen Lage und der gewinnbringenden Zölle waren Zankereien vorprogrammiert. Die anspruchsvollen Denkmäler zeugen noch heute vom damaligen Reichtum der ehemaligen Erzbistümer wie Trier und Köln oder der hessischen Landgrafen.
Mit Beginn des Weinbaus ab dem 11. Jahrhundert wurden die Hochflächen für die Weinberge gerodet, Dörfer und Anbaugebiete entstanden.

Über Burgen, Schlössern und Romantik
Zwischen den Orten Koblenz, Bobbard, St.Goar, Oberwesel und Rüdesheim liegen sie, auf einer Länge von gerade einmal 65 Kilometern, die etwa 40 Schlösser und Festungen. Dies Dichte an Burgen ist weltweit einmalig. Jede Einzelne thront hier nicht nur an auffällig und gut sichtbaren Plätzen, sondern wurden durch helle Bauweise zusätzlich hervorgehoben.
Die Burgen im Oberen Mittelrheintal werden in Höhenburgen, Hangburgen, Niederungsburgen sowie Wasserburgen gegliedert. Burgen die auf dem Rücken eines lang gezogenen Berges errichtet wurden, benötigten nur auf einer Seite eine besonders festigende Bauweise. Hangburgen weisen hingegen eine Ringmauer auf. Die Erfindung von Kanonen machte gesonderte Schussscharten und einen Bau von ergänzenden Befestigungsanlagen notwendig. Im Dreißigjährigen Krieg oder dem Pfälzischen Erbfolgekrieg wurden die Anlagen, die nicht als Festung umgebaut wurden, vernichtet.
Burgen, die Stand gehalten hatten, wurden während der Französischen Revolution (ab 1793) zerstört, so dass mit Beginn des 19. Jahrhunderts nur noch Ruinen den Rhein säumten. Die Zeit der Rheinromantik wurde „genutzt“, um Burganlagen wieder aufzubauen – sei es auch nur in Teilen.

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Die Feste Ehrenbreitstein bei Koblenz

Eingetragen am 10 Feb. 2012

Eindrucksvolle Festung mit traumhafter Aussicht in das Rhein- und Moseltal
Eines ist sicher: Das gesamte Areal rund um die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz ist ein geschichtliches Machtzentrum. Durch die Bundesgartenschau (BUGA) 2011 ist die Festung um weitere Attraktionen und touristische Anziehungspunkte erweitert worden. So ist ein Erlebnisweg entstanden und auch die Rheinseilbahn hinzugekommen. Die Seilbahn führt über den Rhein und verknüpft so die Rheinanlagen mit dem Platz vor der Festung. Die BUGA-Seilbahn hat einen Weltrekord inne – sie fördert als erste Dreiseilumlaufbahn in einer Stunde bis zu 7.600 Personen.
118 Meter thront die Festung Ehrenbreitstein über dem Rhein. Sie gilt als Europas zweitgrößte erhaltene Festung und wurde in ihrer heutigen Form zwischen 1817 und 1828 erbaut, wobei der Ursprung bis zum Jahr 1000 zurückzuführen ist. Hier oben siedelten bereits die Kelten, Germanen und die Römer, bis nach den Trierer Bischhöfen die Preußen kamen. Somit befindet sich die Festung an einem Ort, der viel über geschichtliche Einflüsse verschiedener Kulturen und Generationen erzählen kann.

„Chronik“ der Festung
Namensgeber und Erbauer der Festung Ehrenbreitstein ist der Konradiner Ehrenbert, wobei sich mit den Jahren der eigentliche Name Ehrenbertstein zum heutigen Ehrenbreitstein wandelte.
Im 12. Jahrhundert wurde der Berg mit seiner Burg um Helfenstein erweitert, in der später die Grafen residieren sollten. Der Erzbischhof Richard von Greiffenclau veranlasste im 15. Jahrhundert den Ausbau zu einer Festung, die gegen die Artillerie schützen sollte. Während des Dreißigjährigen Krieges 1618 bis 1648 wechselte die Festung immer wieder den „Besitzer“ bzw. Besetzer. 1797 belagerten die Truppen Frankreichs die Burg, konnten sie aber erst zwei Jahre später einnehmen und ließen sie weitere zwei Jahre später sprengen. 1815 „wanderte“ die Burg in den Besitz der Preußen, deren König Friedrich Wilhelm I. schließlich den Wiederaufbau zu der gigantischen Festungsstadt von heute veranlasste.
Im Ersten Weltkrieg sollte sie nach dem Versailler Vertrag wieder geschliffen werden, jedoch sah man 1922 davon ab. Dann besetzten die Amerikaner den Ehrenbreitstein, 1923 bis 1929 folgten die Franzosen.

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Der sagenumwobene Schieferfelsen, die Loreley

Eingetragen am 17 Jan. 2012

Nicht EIN Schieferfelsen, sondern DER Schieferfelsen
Er beweist Geschmack und hat sich einen wunderschönen Platz im romantischen Rheintal ausgesucht: Etwa 25 Kilometer von Rüdesheim und 35 Kilometer von Koblenz entfernt, liegt bzw. thront er, der Felsen – die Loreley.
Die sagenumworbene Loreley ist ein Schieferfelsen mit etwa 132 Metern Höhe in der Nähe von St. Goarshausen und zählt zum Unesco-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal.
Wer den Weg findet – ich finde es am schönsten, wenn man ihn sich per Aufstieg über den Parkplatz der Nixenfigur aus „verdient“ – der hat eine wunderschöne Aussicht auf die Rheinkurven, Burg Katz die Burg Rheinfels und St. Goarshausen.
Im Bereich der Loreley (dem Felsen) ist der Rhein bei einer Tiefe von 23-25 Metern nur knapp 113 Meter breit. Diese Enge, verbunden mit der Tiefe, macht diesen Rheinabschnitt auch heute noch zum gefährlichsten Stück. Wer hier die Schiffe beobachtet, wird feststellen, dass sie sich den entgegenkommenden Schiffen mit Lichtsignalen „sichtbarer“ machen.
Bis zum 19. Jahrhundert war dieser Rheinabschnitt sogar noch mit Felsklippen sowie Stromschnellen durchsät, was nicht selten zu Unfällen führte.

Von der Felsschönheit zur Weiblichen
Kleine Information am Rande, da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass es hier häufig zu Missverständnissen kommt: Die Statue der Nixe Loreley gehört AUF den Felsen, befindet sich aber auf einer „Landzunge“ am Rheinufer. Wer die Loreley, den Loreleyfelsen sehen möchte, der muss schon hinauf. Dann kommt man auch in das Vergnügen einer wundervollen Freilichtbühne, für die auch Veranstaltungstickets zu buchen sind.
Die berühmte, weibliche Schönheit Loreley entwickelte sich aus dem Mythos um das Echo hier im Rheintal.
Die Sage um die Loreley „initiierte“ der Dichter Clemens Brentano 1801. In seiner Ballade wollte sich eine betrogene Schönheit aus Bacharach ihr Leben nehmen. Der Bischhof wollte dies nicht zulassen und schickte sie ins Kloster. Auf dem Weg dorthin machte sie am Felsen halt, um noch einmal den Blick zu genießen. Als sie ihren Liebsten davon fahren sieht, stürzt sie sich jedoch hinab in den Rhein. In seinem Märchen um die Schönheit wandelte Brentano seine Geschichte ab und berichtet von der Loreley – einer unglücklichen Frau, die hoch oben auf dem Felsen sitzt, ihr langes, wallendes Haar kämmt, singt und jeden vorbeikommenden und aufschauenden Seemann ins Verderben schickt.

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