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Das Holstentor in Lübeck

Eingetragen am 02 Apr. 2012

Spätgothischer Besuchermagnet in Schleswig Holstein
Wenn von dem berühmtesten Stadttor Deutschlands die Rede ist, dann ist vermutlich das Lübecker Holstentor gemeint. Das als Modernisierung erdachte Bauwerk wurde von 1464 bis 1478 vom Ratsbaumeister Helmstede als Befestigungsanlage errichtet. Insgesamt gab sie Platz für insgesamt 30 Geschütze, die jedoch nie eine Kugel verlassen hat.

Das Holstentor ist ein Gebäude, bestehend aus zwei, mit einem Zwischentrakt verbundenen Türmen, in dessen Mitte sich das eigentliche Tor befindet. Es besitzt eine Mauerdicke von 3,50 Metern. Der Südturm auf einem 7 Meter hohen aufgeschütteten Tores, sank bereits während der Bauzeit und „beugte“ sich nach Westen. Mit dem Bau der oberen Etagen versuchte man dieser Absenkung entgegenzuwirken – mit mäßigem Erfolg: bis heute befinden sich die Schießscharten des untersten Geschosses bis zu 50 cm unter der Erde.

Zur Verstärkung der Verteidigungsanlage wurde im 16. Jh. vor dem Holstentor eine Bastion gebaut, diese musste jedoch 1853 dem ersten Bahnhof weichen. Um das inzwischen etwas verfallene Holstentor entstanden viele Diskussionen hinsichtlich Instandsetzung bzw. Abriss. 1863 gelang es schließlich den Bürgern der Stadt durch stimmliche Mehrheit, das Bauwerk „am Leben zu halten“ und eine umfangreiche Restaurierung zu erwirken. In diesem Jahr wurde auch die Inschrift „Concordia Domi Foris Pax“ angebracht, was für „Eintracht drinnen, Frieden außen“ steht. Die angesetzten, neuen Baumaßnahmen waren vorerst im Jahre 1871 abgeschlossen. Doch 1931-1933 wurde das ehrwürdige Bauwerk erneut stabilisiert und weitere, bedeutende Sanierungsmaßnahmen getroffen.

Inzwischen ist das Lübecker Holstentor weit über die Grenzen Deutschland hinaus bekannt. Vor allem die Silhouette hat sich einen festen Platz in den Köpfen dieser Welt geschaffen, denn viele Lübecker Firmen (u.a. der berühmte Marzipan-Hersteller), Briefmarken oder der ehemalige 50-Mark-Schein verwendeten sie als Warenzeichen.

Heute beherbergt das Holstentor eine Ausstellung zum Thema „Die Macht des Handels“, welche einen wichtigen Einblick über Lübeck und Umgebung gibt.

Gestaltung des Lübecker Holstentor
Die beiden Türme sind innen gleich gestaltet, das jeweilige Erd- und erste Obergeschoss besitzen die höchsten Räume, die darüber folgenden sind deutlich tiefer. Die Wendeltreppe auf den Turm hinauf befindet sich jeweils am Übergang vom Mittelbau zum angrenzenden Turm. In jedem Geschoss sind die Türme über einen Gang durch den Mittelbau miteinander verbunden.

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