Tag: Rüdesheim

Das Mittelrheintal eines der deutschen UNESCO Welterbe

Eingetragen am 20 Feb. 2012

So schön kann schön sein
Hinfahren und begeistern lassen – im Prinzip könnte man so auch schon mit einem Beitrag wieder aufhören, denn manche Dinge sollten nicht beschrieben, sondern erlebt werden. Da ich mir aber zur Aufgabe gemacht habe, Euch von den wunderbaren Sehenswürdigkeiten Deutschlands zu berichten, versuche ich doch, in Worte zu fassen, was das Obere Mittelrheintal so besonders macht.
Das Obere Mittelrheintal umschließt die Rheinregion von Bingen/Rüdesheim bis Koblenz und verschmilzt den Fluss, die Burgen, Weinberge und die historischen Städte zu einem einmaligen Cocktail der Kulturlandschaft.
Die Geschichte, die jedem Besucher an den Orten und Plätzen entgegentritt, reicht bis in die römische Zeit. Während dem Hochmittelalter galt die Region als ein Kerngebiet des damaligen Römischen Reiches. Der Kampf um die Rheinherrschaft wird  an den vielen Festungen und Städten am Rheinufer deutlich. Aufgrund der strategischen Lage und der gewinnbringenden Zölle waren Zankereien vorprogrammiert. Die anspruchsvollen Denkmäler zeugen noch heute vom damaligen Reichtum der ehemaligen Erzbistümer wie Trier und Köln oder der hessischen Landgrafen.
Mit Beginn des Weinbaus ab dem 11. Jahrhundert wurden die Hochflächen für die Weinberge gerodet, Dörfer und Anbaugebiete entstanden.

Über Burgen, Schlössern und Romantik
Zwischen den Orten Koblenz, Bobbard, St.Goar, Oberwesel und Rüdesheim liegen sie, auf einer Länge von gerade einmal 65 Kilometern, die etwa 40 Schlösser und Festungen. Dies Dichte an Burgen ist weltweit einmalig. Jede Einzelne thront hier nicht nur an auffällig und gut sichtbaren Plätzen, sondern wurden durch helle Bauweise zusätzlich hervorgehoben.
Die Burgen im Oberen Mittelrheintal werden in Höhenburgen, Hangburgen, Niederungsburgen sowie Wasserburgen gegliedert. Burgen die auf dem Rücken eines lang gezogenen Berges errichtet wurden, benötigten nur auf einer Seite eine besonders festigende Bauweise. Hangburgen weisen hingegen eine Ringmauer auf. Die Erfindung von Kanonen machte gesonderte Schussscharten und einen Bau von ergänzenden Befestigungsanlagen notwendig. Im Dreißigjährigen Krieg oder dem Pfälzischen Erbfolgekrieg wurden die Anlagen, die nicht als Festung umgebaut wurden, vernichtet.
Burgen, die Stand gehalten hatten, wurden während der Französischen Revolution (ab 1793) zerstört, so dass mit Beginn des 19. Jahrhunderts nur noch Ruinen den Rhein säumten. Die Zeit der Rheinromantik wurde „genutzt“, um Burganlagen wieder aufzubauen – sei es auch nur in Teilen.

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Der sagenumwobene Schieferfelsen, die Loreley

Eingetragen am 17 Jan. 2012

Nicht EIN Schieferfelsen, sondern DER Schieferfelsen
Er beweist Geschmack und hat sich einen wunderschönen Platz im romantischen Rheintal ausgesucht: Etwa 25 Kilometer von Rüdesheim und 35 Kilometer von Koblenz entfernt, liegt bzw. thront er, der Felsen – die Loreley.
Die sagenumworbene Loreley ist ein Schieferfelsen mit etwa 132 Metern Höhe in der Nähe von St. Goarshausen und zählt zum Unesco-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal.
Wer den Weg findet – ich finde es am schönsten, wenn man ihn sich per Aufstieg über den Parkplatz der Nixenfigur aus „verdient“ – der hat eine wunderschöne Aussicht auf die Rheinkurven, Burg Katz die Burg Rheinfels und St. Goarshausen.
Im Bereich der Loreley (dem Felsen) ist der Rhein bei einer Tiefe von 23-25 Metern nur knapp 113 Meter breit. Diese Enge, verbunden mit der Tiefe, macht diesen Rheinabschnitt auch heute noch zum gefährlichsten Stück. Wer hier die Schiffe beobachtet, wird feststellen, dass sie sich den entgegenkommenden Schiffen mit Lichtsignalen „sichtbarer“ machen.
Bis zum 19. Jahrhundert war dieser Rheinabschnitt sogar noch mit Felsklippen sowie Stromschnellen durchsät, was nicht selten zu Unfällen führte.

Von der Felsschönheit zur Weiblichen
Kleine Information am Rande, da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass es hier häufig zu Missverständnissen kommt: Die Statue der Nixe Loreley gehört AUF den Felsen, befindet sich aber auf einer „Landzunge“ am Rheinufer. Wer die Loreley, den Loreleyfelsen sehen möchte, der muss schon hinauf. Dann kommt man auch in das Vergnügen einer wundervollen Freilichtbühne, für die auch Veranstaltungstickets zu buchen sind.
Die berühmte, weibliche Schönheit Loreley entwickelte sich aus dem Mythos um das Echo hier im Rheintal.
Die Sage um die Loreley „initiierte“ der Dichter Clemens Brentano 1801. In seiner Ballade wollte sich eine betrogene Schönheit aus Bacharach ihr Leben nehmen. Der Bischhof wollte dies nicht zulassen und schickte sie ins Kloster. Auf dem Weg dorthin machte sie am Felsen halt, um noch einmal den Blick zu genießen. Als sie ihren Liebsten davon fahren sieht, stürzt sie sich jedoch hinab in den Rhein. In seinem Märchen um die Schönheit wandelte Brentano seine Geschichte ab und berichtet von der Loreley – einer unglücklichen Frau, die hoch oben auf dem Felsen sitzt, ihr langes, wallendes Haar kämmt, singt und jeden vorbeikommenden und aufschauenden Seemann ins Verderben schickt.

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